Lauf-ABC in Runden ist der Klassiker, wenn’s um strukturiertes Aufwärmen geht. Die Idee ist simpel: Die Kinder laufen in der Halle ihre Runden, aber nicht einfach nur normal – sondern in verschiedenen Laufformen. Mal wird der Kniehebelauf geübt, mal Anfersen, mal Seitgalopp. Das macht nicht nur Spaß, sondern trainiert nebenbei Koordination, Lauftechnik und bringt den Kreislauf ordentlich in Schwung.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Alter | 6-14 Jahre |
| Spieleranzahl | 5-30 Kinder |
| Dauer | 8-12 Minuten |
| Material | Nichts (evtl. Musik) |
| Ort | Turnhalle, Sportplatz, großer Raum |
| Intensität | Mittel bis hoch |
So funktioniert’s
Lauf-ABC in Runden
Spielablauf:
Die wichtigsten Laufformen
Es gibt unzählige Laufformen im Lauf-ABC, aber für Kinder im Turnunterricht reichen erstmal diese Klassiker. Sie sind technisch nicht zu kompliziert und machen trotzdem ordentlich was her:Kniehebelauf
Die Knie werden beim Laufen richtig hochgezogen – idealerweise bis auf Hüfthöhe. Der Oberkörper bleibt aufrecht, die Arme schwingen aktiv mit. Das trainiert die Hüftbeuge-Muskulatur und ist ein super Aufwärmer für die Beine.Häufiger Fehler: Die Kinder lehnen sich zu weit nach vorne. Lieber aufrecht bleiben!Anfersen
Genau andersherum: Die Fersen werden nach hinten in Richtung Po gezogen. Auch hier bleiben die Schritte kurz und schnell. Trainiert die hintere Oberschenkelmuskulatur und ist herrlich anstrengend, wenn man's richtig macht.Tipp: "Macht euch ganz klein!" hilft als Kommando oft besser als "Fersen zum Po!"Hopserlauf
Auf einem Bein drei bis fünf Mal hüpfen, dann Bein wechseln. Ist ein bisschen wie beim Hinkespiel, nur eben im Laufen. Schult Balance und Kraft im Sprunggelenk.Variation: Immer nur einmal pro Bein hüpfen und schnell wechseln – das wird dann schon fast zu Skippings.Seitgalopp
Seitwärts laufen wie ein Krebs – ein Bein zieht, das andere folgt. Erst ein paar Schritte nach links, dann nach rechts. Fördert die seitliche Koordination, die bei normalen Laufbewegungen nicht so gefragt ist.Wichtig: Beide Richtungen üben! Sonst wird's einseitig.Rückwärtslaufen
Klingt simpel, ist aber tückisch. Rückwärts laufen fordert die Koordination richtig und die Kinder müssen aufpassen, nicht zusammenzustoßen. Lieber etwas langsamer und dafür kontrolliert.Sicherheit: Vorher klarmachen, dass alle nach hinten gucken und aufpassen müssen!Hampelmann-Lauf
Beim Laufen alle paar Schritte einen Hampelmann machen – Arme und Beine gleichzeitig zur Seite. Macht Spaß, sieht lustig aus, und bringt den ganzen Körper in Bewegung.
So baust du eine typische Runde auf
Am Anfang laufen alle normal locker ein paar Runden, damit der Körper warm wird. Nach zwei, drei Minuten kommt dann das erste Kommando: „Kniehebelauf!“ Alle ziehen die Knie hoch, eine halbe oder ganze Runde lang.
Dann rufst du: „Anfersen!“ – Wechsel. Wieder eine halbe Runde. Danach vielleicht „Normaler Lauf!“ als kurze Pause. Dann „Hopserlauf!“ und so weiter. Du kannst die Reihenfolge komplett frei wählen, je nachdem, was gerade passt.
Nach 8 bis 10 Minuten haben die Kinder ordentlich was getan und sind perfekt aufgewärmt für den Hauptteil der Stunde. Sie sind warm, der Kreislauf läuft, die Koordination ist aktiviert – besser geht’s nicht.
Was bringt’s den Kindern?
Lauf-ABC ist nicht nur irgendein Aufwärmspiel – es trainiert gezielt wichtige Fähigkeiten. Die verschiedenen Laufformen schulen die Koordination auf ganz unterschiedliche Weise. Seitgalopp fordert andere Bewegungsmuster als Rückwärtslaufen, Kniehebelauf andere als Anfersen. Diese Vielfalt ist Gold wert für die motorische Entwicklung.
Dazu kommt die Lauftechnik. Gerade Kniehebelauf und Anfersen sind klassische Übungen aus dem Leichtathletik-Training und verbessern tatsächlich die Laufökonomie – auch wenn das bei Kindern noch nicht die oberste Priorität hat.
Und natürlich wärmt’s auf. Nach 10 Minuten Lauf-ABC ist garantiert jedem warm, der Puls ist oben, die Muskeln sind durchblutet. Perfekte Vorbereitung für alles, was danach kommt.
Typische Stolperfallen
Zu lange bei einer Übung bleiben: Wenn die Kinder zwei Minuten am Stück Kniehebelauf machen sollen, ist die Motivation schnell im Keller. Lieber häufig wechseln – alle 20 bis 30 Sekunden ist ein guter Richtwert.
Zu wenig Erklärung am Anfang: Nicht einfach losrufen „Kniehebelauf!“ wenn niemand weiß, was das ist. Lieber vorher einmal alle Übungen kurz zeigen und erklären. Dauert drei Minuten, spart aber hinterher Chaos.
Zu komplizierte Laufformen für Jüngere: Mit Sechsjährigen muss man nicht Überkreuzen üben. Die freuen sich über Kniehebelauf, Hopserlauf und Rückwärtslaufen – das reicht völlig.
Keine Pausen einbauen: Zwischendurch ruhig mal „Normaler Lauf!“ rufen. Das gibt eine kurze Verschnaufpause, bevor’s mit der nächsten anstrengenden Übung weitergeht.
Für verschiedene Altersgruppen
6-8 Jahre: Vier bis fünf einfache Laufformen reichen völlig. Kniehebelauf, Anfersen, Hopserlauf, Rückwärtslaufen, normaler Lauf. Kurze Sequenzen, häufig wechseln, viel loben. Dauer: maximal 8 Minuten.
9-11 Jahre: Hier dürfen’s schon sieben bis acht verschiedene Laufformen sein. Seitgalopp und Skippings kommen dazu. Tempo kann höher sein, technische Korrekturen sind möglich. Dauer: 10 Minuten sind gut.
12-14 Jahre: Jetzt wird’s anspruchsvoll. Überkreuzen, Kombinations-Übungen, Tempowechsel. Diese Altersgruppe kann auch selbst Laufformen vorschlagen oder als „Kommandant“ fungieren. Dauer: bis zu 12 Minuten.
Wann es besonders gut passt
Lauf-ABC ist die perfekte Aufwärmübung, wenn danach ein intensiverer Hauptteil kommt – zum Beispiel Ballspiele, Staffeln, oder andere Laufspiele. Die Kinder sind dann körperlich und koordinativ bestens vorbereitet.
Auch nach einer längeren Pause (Ferien, Krankheitswelle) ist Lauf-ABC super, um die Gruppe wieder reinzuholen. Es fordert, aber nicht zu heftig, und alle können auf ihrem eigenen Niveau mitmachen.
Draußen bei gutem Wetter funktioniert’s genauso gut wie drinnen. Auf dem Sportplatz könnt ihr schöne große Runden laufen, in der Halle ist’s kompakter, aber genauso effektiv.
