Brennball für den Sportunterricht

Brennball ist ein beliebtes Wurf-, Lauf- und Fangspiel, das bereits im Kindergarten gespielt werden kann. Das Spiel eignet sich für heterogene Gruppen, da die Anforderungen flexibel anpassbar sind. Nachfolgend findest du übersichtlich aufbereitet verschiedene Brennball-Varianten – vom ganz einfachen Kindergarten-Brennball bis zu anspruchsvollen Varianten für die Oberstufe.

Brennball klassisch

Brennball (klassisch)

Altersgruppe:Ab 6
Dauer:20-40 Minuten

Benötigte Materialien:

  • 1 weicher Ball (Softball, Volleyball)
  • 6 Turnmatten
  • 1 Kasten oder Reifen
  • Optional: Markierungshütchen

Spielablauf:
 

  1. Das Läufer-Team stellt sich hinter der Grundlinie auf
  2. Der erste Läufer wirft den Ball ins Spielfeld
  3. Nach dem Wurf läuft er los zu den Brennmalen
  4. Das Fänger-Team muss den Ball schnell holen und zum nächsten Brennmal bringen
  5. Ruft das Fänger-Team „STOPP!“ müssen alle Läufer zur nächsten Matte
  6. Wer keine Matte erreicht hat, ist „verbrannt“ und scheidet aus
  7. Läufer können an jedem Brennmal stehen bleiben und beim nächsten Wurf weiterlaufen
  8. Läufer, die zurück zum Start kommen, bringen einen Punkt. Läufer, die alle 6 Matten in EINEM Durchgang komplett durchlaufen, bekommen 3 Punkte
  9. Durchgang endet, wenn alle Läufer „verbrannt“ oder im Ziel sind
  10. Dann folgtTeamwechsel

Brennball mit Vorschülern: Warum ich mit dem ersten Kind mitgelaufen bin (und was ich daraus gelernt habe)

Ich bin keine ausgebildete Sportlehrerin. Ich bin sozusagen zufällig ins Kinderturnen gerutscht – eine Freundin fragte, ich sagte ja, und plötzlich stand ich in einer Turnhalle mit 15 Vorschülern. Mittlerweile habe ich eine Trainer C Lizenz, aber ehrlich gesagt: Die meisten meiner besten Tricks habe ich nicht aus Lehrbüchern, sondern aus purem Chaos gelernt.

Brennball war so ein Chaos-Moment.

Ich hatte die Regeln im Kopf, ein Pinterest-Board voller Aufbau-Ideen, und dachte: „Wie schwer kann das sein?“ Die Antwort: Sehr schwer. Sehr, sehr schwer. Zumindest mit 5-6-Jährigen.

Die erste Brennball-Stunde war ein Desaster. Kinder standen verwirrt rum. Die Hälfte verstand die Regeln nicht. Drei fingen an am Rand Quatsch zu machen. Einer rannte in die falsche Richtung. Ich stand mittendrin und dachte: „Was mache ich hier eigentlich?“

Dann hatte ich eine Idee. Eine verzweifelte, spontane Idee. Ich nahm das erste Kind an die Hand und rannte MIT ihm. Einmal die ganze Runde. Zeigte ihm wo die „Stationen“ sind (bei mir: bunte Ringe am Boden), wann man losrennt, wann man stoppt. Und plötzlich – plötzlich verstand es das Kind. Und dann das nächste. Und dann das übernächste.

Das war der Moment wo ich lernte: Mit Vorschülern kann man Brennball spielen. Aber nicht wie im Lehrbuch. Sondern vereinfacht, angepasst, und mit viel Geduld.

Warum Standard-Brennball mit 5-6-Jährigen nicht funktioniert

Brennball ist eigentlich für Grundschulkinder gedacht. Ab 8 Jahren aufwärts. Warum? Weil es komplex ist. Du musst:

  • Verstehen wann du läufst
  • Entscheiden ob du zur nächsten Station gehst oder wartest
  • Beobachten wo der Ball ist
  • Reagieren wenn „Brennball!“ gerufen wird
  • Dich an Regeln erinnern während alles hektisch ist

Für ein 8-jähriges Grundschulkind: Machbar.
Für ein 5-jähriges Vorschulkind: Überforderung.

Beim ersten Mal hatte ich das nicht bedacht. Ich baute Standard-Brennball auf: Vier Geräte als Stationen (umgedrehte Kästen, Bänke, Reifen). Ein Kasten als „Brennmal“ wo der Ball drauf muss. Ball in die Mitte, Kinder aufgeteilt in Läufer und Feldspieler.

Und dann Chaos. Totales, komplettes Chaos.

Die Kinder standen da und schauten mich an. „Was soll ich machen?“ – „Wohin muss ich rennen?“ – „Warum bin ich out?“ Ich erklärte nochmal. Und nochmal. Sie nickten. Und beim Spiel: Wieder Chaos.

Das Problem war nicht die Intelligenz der Kinder. Es war die Komplexität des Spiels kombiniert mit ihrem Entwicklungsstand. 5-6-Jährige denken konkret, nicht abstrakt. Sie brauchen einfache, klare Aufgaben. „Lauf zum roten Ring, dann zum blauen“ verstehen sie. „Lauf zur nächsten Station außer der Ball wird vorher ins Brennmal gelegt“ – zu komplex.

Meine Anpassungen: Wie Brennball für Vorschüler funktioniert

Nach dem ersten Desaster habe ich vieles geändert.

Anpassung 1: Ringe statt Geräte

Statt vier verschiedener Geräte (Bank, Kasten, Reifen, Kegel) legte ich einfach vier bunte Ringe am Boden aus. Rot, Blau, Gelb, Grün. Immer im Kreis angeordnet.

Warum das besser ist: Die Kinder sehen sofort wo die Stationen sind. „Lauf zum roten Ring“ ist klarer als „Lauf zur Bank“. Außerdem: Keine Verletzungsgefahr. Bei den Geräten sind mehrere Kinder gegen die Bank gerannt. Bei Ringen? Sie liegen flach, kein Problem.

Anpassung 2: Umgedrehter Kasten als Ball-Ziel

Das „Brennmal“ (wo der Ball drauf muss) war bei mir ein umgedreht stehender kleiner Kasten. Groß genug dass die Kinder den Ball drauflegen konnten, nicht nur werfen mussten.

Warum das besser ist: Werfen ist für 5-6-Jährige noch schwierig. Die Hälfte meiner Gruppe konnte den Ball nicht zielsicher werfen. Mit „drauflegen“ klappt es bei allen. Das Spiel wird fairer.

Anpassung 3: Mit dem ersten Kind mitlaufen

Das war mein Durchbruch. Beim zweiten Versuch nahm ich das erste Kind, das laufen sollte, an die Hand. Ich rannte mit ihm. „Jetzt zum roten Ring – gut! Jetzt zum blauen – los! Oh, hörst du ‚Brennball‘? Dann bleib stehen!“

Das Kind verstand es sofort. Nicht durch Erklärung, sondern durch TUN.

Dann nahm ich das zweite Kind an die Hand. Wieder eine Runde. Beim dritten Kind fragte es: „Schaffst du es alleine?“ – „Ja!“ – und es schaffte es.

Seitdem mache ich das immer: Die ersten 2-3 Kinder laufen mit mir mit. Die anderen schauen zu, lernen durch Beobachten. Dann können die meisten es alleine.

Anpassung 4: Nur zwei Runden, dann wechseln

Standard-Brennball: Eine Gruppe läuft, bis alle „out“ sind. Dann Wechsel.

Problem mit Vorschülern: Manche Kinder schaffen drei Runden, andere sind nach einer „out“. Die erfolgreichen Kinder laufen fünf Minuten, die anderen warten fünf Minuten. Die Wartenden werden laut, unruhig, manche weinen.

Meine Lösung: Nach zwei kompletten Runden (egal wie viele Kinder noch „drin“ sind) wechseln wir die Gruppen. Jeder darf laufen, keiner wartet ewig.

Das ist nicht „echtes“ Brennball. Aber es funktioniert. Die Kinder haben Spaß, alle sind aktiv, keiner fühlt sich benachteiligt.

Was ich über die Jahre gelernt habe

Brennball mit Vorschülern zu spielen hat mir viel beigebracht – nicht nur über das Spiel, sondern über das Unterrichten generell.

Lektion 1: Komplexität reduzieren, nicht überspringen
Ich kann nicht einfach ein Grundschul-Spiel mit Vorschülern spielen und erwarten dass es klappt. Ich muss es vereinfachen. Weniger Regeln, klarere Strukturen, mehr Wiederholung.

Lektion 2: Zeigen ist besser als Erklären
Ich kann fünf Minuten erklären – oder 30 Sekunden mitlaufen. Mit 5-6-Jährigen gewinnt „Mitlaufen“ immer. Sie lernen durch Nachmachen, nicht durch Zuhören.

Lektion 3: Nicht jedes Kind muss mitmachen
Manchmal sitzen ein oder zwei Kinder am Rand. Früher dachte ich: „Die MÜSSEN mitmachen!“ Heute denke ich: „Okay, du schaust heute zu. Vielleicht nächstes Mal.“ Kein Drama, kein Zwang. Und oft machen sie dann nächstes Mal mit – freiwillig.

Lektion 4: Erfolg ist nicht „perfektes Brennball“
Erfolg ist: Die Kinder hatten Spaß. Sie haben sich bewegt. Sie haben etwas Neues gelernt (rennen, stoppen, auf Signale reagieren). Ob es „echtes“ Brennball nach Lehrbuch war? Egal.

Lektion 5: Anpassung ist kein Versagen
Am Anfang dachte ich: „Ich muss das Standard-Spiel hinbekommen, sonst bin ich schlecht.“ Heute weiß ich: Anpassung ist Kompetenz. Ich sehe die Gruppe, erkenne was sie brauchen, und passe das Spiel an. Das ist gutes Unterrichten.

Altersgerechte Hinweise für Brennball

Für 5-6 Jahre (Vorschule):

Das ist meine Altersgruppe. Hier ist Brennball eine Herausforderung, aber machbar mit vielen Anpassungen.

Was du brauchst:

  • Viel Geduld
  • Vereinfachte Regeln (wie oben beschrieben)
  • Bereitschaft mitzulaufen und zu zeigen
  • Kürzere Spielzeiten (maximal 3-4 Minuten pro Runde)

Was realistisch ist:

  • Die Hälfte versteht es nach 2-3 Versuchen
  • Ein Viertel braucht 4-5 Mal bis es „klick“ macht
  • Ein Viertel findet es zu kompliziert und will lieber was anderes

Mein Tipp: Spiel es nicht jede Woche. Einmal im Monat reicht. Sonst wird es für die überforderten Kinder frustrierend.

Für 7-8 Jahre (1.-2. Klasse):

Ich habe Brennball auch mit einer Gruppe 7-8-Jähriger gespielt (Vertretungsstunde). Komplett anderes Level.

Sie verstehen die Regeln nach einmaliger Erklärung. Sie brauchen kein Mitlaufen. Sie können mit komplexeren Regeln umgehen (z.B. „Doppel-Brennball“ wo zwei Kinder gleichzeitig laufen).

Für diese Altersgruppe ist Standard-Brennball perfekt. Keine großen Anpassungen nötig.

Für 9+ Jahre (3.-4. Klasse):

Hier wird Brennball richtig gut. Die Kinder entwickeln Strategien („Ich warte lieber hier, der Ball ist zu nah“), spielen taktisch im Feld, und haben echten Wettkampfgeist.

Für diese Gruppe würde ich keine Vereinfachungen machen – im Gegenteil, ich würde Varianten einbauen die es spannender machen.

Sicherheits-Hinweise aus meiner Erfahrung

Sicherheit 1: Weicher Ball!

Ich hatte einmal einen zu harten Ball genommen (normaler Fußball). Ein Kind bekam ihn ins Gesicht – Nasenbluten, Tränen, Drama.

Seitdem: Nur weiche Softbälle oder Schaumstoffbälle. Die tun nicht weh, fliegen trotzdem gut genug.

Sicherheit 2: Genug Abstand zwischen Ringen

Beim ersten Mal lagen meine Ringe zu nah beieinander. Zwei Kinder rannten aufeinander zu, Zusammenstoß, beide weinten.

Jetzt: Mindestens 4 Meter Abstand zwischen den Ringen. Die Kinder können ausweichen, es gibt keine Kollisionen mehr.

Sicherheit 3: Keine Geräte zum Drüberspringen

Ich hatte mal die Idee: „Die Kinder können über die Bank springen statt drumrum laufen – macht es spannender!“ Schlechte Idee. Ein Kind sprang, rutschte ab, fiel auf die Matte. Zum Glück nichts passiert, aber es hätte böse enden können.

Jetzt: Ringe am Boden. Flach, sicher, keine Spring-Versuchung.

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