Alle Vögel fliegen hoch
Wer kennt es nicht? Dieses zeitlose Spiel begeistert seit Generationen Kinder im Kindergarten, in der Grundschule und beim Kinderturnen. Aber was macht es so besonders? Warum funktioniert es immer wieder? Und wie kann man es variieren, damit es nicht langweilig wird? In diesem ausführlichen Handbuch erfahren Sie alles über das Spiel: von den Grundregeln über pädagogischen Wert bis hin zu kreativen Variationen für jede Altersgruppe.
Das Spiel im Überblick
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Alter | 3-10 Jahre (mit Anpassungen) |
| Spieleranzahl | 5-30 Kinder (flexibel) |
| Material | 5-10 Minuten |
| Material | Keins (optional: Bildkarten) |
| Ort | Turnhalle, Klassenzimmer, draußen |
| Intensität | Konzentration, Wissen, Koordination, Reaktion |

Spielablauf:
Vorbereitung:
Alle Kinder stehen im Kreis oder verteilt in der Halle/im RaumGenug Platz zum Hochspringen sollte vorhanden seinEin Erwachsener oder älteres Kind leitet das SpielSpielablauf:
Der Spielleiter ruft: "Alle Vögel fliegen hoch!"Alle Kinder heben die Arme über den Kopf und springen oder gehen in die HöheDer Spielleiter variiert nun mit verschiedenen Tieren:"Alle Schmetterlinge fliegen hoch!" → Kinder springen (richtig!)"Alle Bienen fliegen hoch!" → Kinder springen (richtig!)"Alle Elefanten fliegen hoch!" → Kinder sollen NICHT springen! (Elefanten können nicht fliegen)- Wer springt, obwohl das Tier nicht fliegen kann: Bekommt einen Minuspunkt oder macht eine kleine Strafaufgabe (z.B. 3 Hampelmänner). Je nach Alter der Kinder
- Das Spiel geht weiter, bis alle Tiere durch sind oder eine festgelegte Zeit vorbei ist
Tierliste: Fliegen oder nicht?
Tiere, die fliegen: Kranich, Storch, Spatz, Taube, Schwan, Möwe, Habicht, Eule, Marienkäfer, Wespe, Mücke, Hummel, Falke, Specht, Kolibri
Tiere, die NICHT fliegen: Kuh, Schwein, Schaf, Ziege, Maus, Ratte, Hase, Kaninchen, Fuchs, Bär, Wolf, Löwe, Tiger, Giraffe, Zebra, Krokodil, Frosch, Spinne (keine Insekten!)
Grenzfälle (Diskussionspotenzial): Pinguin (Vogel, fliegt aber nicht!), Strauß (Vogel, fliegt nicht!), Huhn (fliegt nur sehr kurz)
Kreative Variationen
Das Grundspiel ist wunderbar, aber mit Variationen wird es noch vielseitiger und bleibt länger spannend!
Variation 1: „Alle Tiere schwimmen“
Spielweise: Statt „fliegen“ wird „schwimmen“ geruft. Kinder machen Schwimmbewegungen statt zu springen.
Beispiele: „Alle Fische schwimmen!“ (richtig), „Alle Katzen schwimmen!“ (falsch – Katzen mögen kein Wasser)
Fördert: Wissen über Wassertiere, andere Bewegungsform

Variation 2: „Alle Tiere hüpfen“
Spielweise: Bei Tieren, die hüpfen (Hase, Frosch, Känguru, Heuschrecke), wird gehüpft.
Beispiele: „Alle Hasen hüpfen!“ (richtig), „Alle Elefanten hüpfen!“ (falsch)
Tipp: Gut kombinierbar mit „fliegen“ – abwechselnd beide Versionen spielen

Pädagogischer Wert: Warum ist dieses Spiel so wertvoll?
Was Kinder dabei lernen
1. Konzentrationsfähigkeit
Kinder müssen über mehrere Minuten konzentriert zuhören und schnell reagieren. Das trainiert die Aufmerksamkeitsspanne – besonders wichtig in der Vorschule!
2. Impulskontrolle
Der Impuls zu springen ist groß – aber manchmal muss man sich zurückhalten! Das übt die Selbstkontrolle.
3. Kategorisierung & Wissen
Kinder lernen: Welche Tiere fliegen? Welche nicht? Das ist Wissen über die Natur, Biologie und Kategorien.
4. Reaktionsgeschwindigkeit
Zwischen Hören des Tiers und der Bewegung liegen nur Sekundenbruchteile. Das trainiert schnelles Denken!
5. Auditive Wahrnehmung
Kinder müssen genau hinhören – nicht nur das Tier, sondern auch die Betonung ist wichtig.
6. Frustrationstoleranz
Fehler gehören dazu! Kinder lernen: „Macht nichts, beim nächsten Mal klappt es!“
7. Soziale Kompetenz
In der Gruppe spielen, nicht auslachen wenn jemand einen Fehler macht, gemeinsam Spaß haben.
Für welches Alter ist das Spiel am besten?
3-4 Jahre: Einfache Version mit klaren Tieren (Vogel ja, Hund nein). Kein Wettkampf, alle machen einfach mit.
5-7 Jahre: Ideal! Kinder verstehen die Regeln, kennen viele Tiere, haben Spaß am Spiel.
8-10 Jahre: Mit Variationen interessant halten (Tempo, Gegenteil, zwei Eigenschaften). Sonst eventuell zu einfach.
10+ Jahre: Als Aufwärmspiel noch okay, aber eher für komplexere Varianten geeignet.
10 Tipps für maximalen Erfolg
- Warm-up-Position: Perfekt als Einstieg ins Aufwärmen (erstes Spiel) – sanft, nicht zu anstrengend
- Variieren Sie: Nicht jede Woche das gleiche! Nutzen Sie die 15 Variationen abwechselnd
- Thematisch einbinden: Bei Winter-Stunden: „Alle Schneeflocken fallen!“ usw.
- Vorbereitung: Überlegen Sie sich vorher 10-12 Tiere (Mix aus fliegend/nicht-fliegend)
- Tempo anpassen: Bei 3-jährigen: langsam! Bei 9-jährigen: kann schneller werden
- Positiv bleiben: „Super gemacht!“ auch bei Fehlern. Lernprozess betonen
- Bildkarten nutzen: Gerade bei jüngeren Kindern helfen visuelle Reize
- Kinder involvieren: „Kennt ihr noch andere Tiere, die fliegen?“
- Flexibel bleiben: Wenn eine Variante nicht funktioniert → zurück zum Klassiker
- Spaß haben: Sie als Übungsleiter sollten auch Freude zeigen – das steckt an!
Häufig gestellte Fragen
Nicht unbedingt! Beim ersten Mal ist es normal, dass Fehler passieren. Nach 2-3 Spielrunden kennen Kinder die Tiere besser. Tipp: Starten Sie mit sehr eindeutigen Tieren (Vogel, Hund) und steigern Sie langsam die Schwierigkeit.
Nutzen Sie die schwierigen Varianten: zwei Eigenschaften gleichzeitig, sehr hohes Tempo, oder unbekannte Tiere (Mauersegler, Flughund, etc.). Alternativ: Kinder als Spielleiter!
Ja! Auch 1-gegen-1 möglich. Einfach abwechselnd Tiere nennen und schauen, wer mehr Fehler macht. Oder: Elternteil nennt die Tiere, beide Kinder spielen gleichzeitig.
Das ist gut! Zeigt kritisches Denken. Nehmen Sie die Diskussion als Lernmoment: „Stimmt, Hühner sind Vögel und können ein kleines bisschen flattern – aber richtig fliegen wie Adler können sie nicht. Was zählt bei unserem Spiel?“ Gemeinsam Regel festlegen!
Fazit: Ein Spiel für die Ewigkeit
„Alle Vögel fliegen hoch“ ist nicht ohne Grund ein Klassiker. Es ist einfach zu erklären, braucht kein Material, funktioniert für viele Altersgruppen und hat hohen pädagogischen Wert. Durch die 15+ Variationen bleibt es lange interessant und kann immer wieder neu entdeckt werden.
